Brainlab-Vorstand Tobias Schalkhauser bei der Eröffnung des Welcome-Centers im Münchner Kreisverwaltungsreferat (Fotomontage, Fotos: G. Endres)

Wie Brainlab mit dem Münchner Kreisverwaltungsreferat um Fachkräfte wirbt

10.04.2026

In der Messestadt Riem leben Menschen aus über 100 Nationen und vielfältigen kulturellen Kontexten. Und hier hat der international agierende Medizintechnikhersteller Brainlab seinen Sitz. Der sucht nicht nur im Viertel, sondern weltweit nach Fachkräften. Doch die Integration in den Arbeitsmarkt gestaltet sich oft komplex. Um es möglichen neuen Mitarbeitern einfacher zu machen, unterstützt Brainlab die Münchner Initiative der Welcome Center. Take Off! hat nachgefragt, was sich das Unternehmen davon verspricht.

Take Off!: Sicher haben viele Messestädter Bewohner und Firmen bereits erlebt, wie aufwändig und langwierig es sein kann, sich um eine Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse zu bemühen. Bei uns im Viertel haben viele internationale Unternehmen ihren Hauptsitz, unter anderem die Messe München, der Softarehersteller Nemetschek und natürlich Brainlab. Tobias Schalkhaußer, Sie sind Chief Marketing & Digital Officer bei Brainlab.Warum ist das Welcome Center im Kreisverwaltungsreferat für Sie und andere international aufgestellte Unternehmen so wichtig?
Tobias Schalkhaußer: Münchner Unternehmen, die viele internationale Fachkräfte beschäftigen, sind darauf angewiesen, dass diese unkompliziert in der Stadt ankommen und ihre Arbeit aufnehmen können. Die bisherigen bürokratischen Abläufe und rechtlichen Regelungen in diesem Zusammenhang erweisen sich jedoch oft als Herausforderung. Das Münchner Kreisverwaltungsrefererat (KVR) ist die erste Anlaufstelle für neue Mitarbeitende, die aus dem Ausland zu uns kommen. Mit dem Welcome Center leistet es einen wichtigen Beitrag dazu, ihnen den Start hier in München zu erleichtern. Und auch für uns macht es den Prozess einfacher: Je besser wir geeignete Kandidat:innen direkt ansprechen und beim Ausfüllen der notwendigen Formulare unterstützen können, desto schneller können diese anfangen, bei uns zu arbeiten. Das Welcome Center im KVR übernimmt in dieser Hinsicht eine Art Lotsenfunktion, begleitet internationale Fachkräfte und ihre Familien bei den ersten Schritten und gibt Orientierung. Für uns ist es eine wichtige Instanz, die dazu beiträgt, die Zusammenarbeit mit den Behörden reibungsloser zu gestalten.

Erster erfolgreich vermittelter Mitarbeiter kommt aus Brasilien

Haben Sie den Eindruck, dass das neue Welcome Center ihnen wirklich hilft?
Auf jeden Fall. Seit es seine Arbeit aufgenommen hat, beobachten wir eine spürbare Verbesserung. Wir haben mit dem KVR einige Testläufe durchgeführt, exemplarisch für alle Münchner Unternehmen. In dieser Testphase haben wir beispielsweise ganz aktuell einen Mitarbeiter aus Brasilien eingestellt, der bei uns eine Ausbildung angefangen hat. Früher hätte dieser Prozess sechs bis acht Wochen in Anspruch genommen, nun war er innerhalb von drei Tagen abgeschlossen.

Ist das auch eine Botschaft, dass Bürokratie insgesamt vereinfacht und abgebaut werden kann?
Viele Abläufe, die heute noch analog abgewickelt werden, lassen sich digital einfacher lösen. Was auf die Medizintechnologie zutrifft, gilt auch für viele Verwaltungsprozesse. Gerade bei rechtlichen Fragestellungen ist allerdings weiterhin die menschliche Expertise gefragt. Gleiches gilt für die individuelle Unterstützung bei sprachlichen und kulturellen Hürden. Die Mitarbeitenden des KVR zeigen, wie sich diese Herausforderungen durch die Kombination aus Technologie und menschlicher Kompetenz erfolgreich bewältigen lassen.

Interview: Gerhard Endres