
Eine Woche waren die Türen von St. Florian geschlossen. Jetzt sperrt Mesner Dorawa wieder auf. (Foto. R. Miesbach)
12.03.2026
St. Florian ist dem Heiligen Florian geweiht, dem Schutzpatron der Feuerwehrleute. Bei Bränden wird seine Hilfe angerufen. Leider wurde in letzter Zeit im katholischen Teil des ökumenischen Kirchenzentrums sein Beistand benötigt. Denn es gab mehrere Brandstiftungen im Kirchenraum, die – Gott sei Dank – schnell entdeckt und gelöscht wurden.

Besonders in den beiden Nischenkapellen mit ihren Opferkerzen, aber auch am Lektionar, dem aufgeschlagenen Buch mit den täglichen Lesungen vor dem Tabernakel, wurde immer wieder gezündelt: Volle Streichholzschachteln wurden abgefackelt, Kerzenstumpen im Sammlungsbehältnis in Brand gesteckt, brennende Kerzen umgestoßen.
Pfarrgemeinderatsvorsitzender Björn Maiworm, selbst hauptberuflich einer der höchsten Feuerwehrmänner Münchens, war auch einmal zur richtigen Zeit in der Kirche und konnte Schlimmeres verhindern. Als zügige Gegenmaßnahme beschloss Dekan Björn Wagner, den Kirchenraum zuzusperren und fortan nur noch zu den regulären Gottesdienstzeiten zu öffnen.

Messner Jan Dorawa führt Take Off! durch den Kirchenraum. Er hofft, dass allein die Schließung dem oder den Tätern den weiteren Impuls für weitere Brandstiftungen nahm, im Sinne von: „Jetzt ist zu, jetzt brauche ich nicht mehr kommen“. Wer dahintersteckt? „Wir tappen hier im Dunkeln”, sagt Dorawa. „Von Feindlichkeit gehen wir nicht aus. Eher von Dummheit, Leichtsinn oder so was Ähnlichem.“ Auffällig sei, dass die Zündeleien meist mittags zwischen 11 Uhr und 15 Uhr stattfanden.
Ein paar Tage blieb die Kirche also geschlossen. Währenddessen berieten die Verantwortlichen – Dekan und Kirchenverwaltung – mit der Polizei, welche Maßnahmen zum Schutz vor Vandalismus geeignet seien. Ergebnis: Es werden zukünftig Videokameras an der seitlichen Florianskapelle und gegenüber an der Marienkapelle installiert. Der große Gebetsraum ist davon dem Vernehmen nach nicht betroffen. Die Aufnahmen seien datenschutzkonform, erfolgten automatisch, würden nach kurzer Zeit wieder gelöscht, könnten aber bei Vorfällen als Beweismittel genutzt werden, heißt es von St. Florian. Die Gläubigen werden durch deutliche Hinweise darüber informiert.
Nach dem Rundgang mit Take Off! durch die Kirche bleibt Dorawa noch einen Moment an der schweren dunklen Eingangstür stehen. Er zeigt sich erleichtert, dass sie nicht mehr geschlossen bleibt und so schnell eine Lösung gefunden wurde: „Gut, dass St. Florian jetzt wieder auf ist.“ Die Gläubigen seien schon ungeduldig gewesen, wie es weiter geht. Die Kirche solle doch immer tagsüber geöffnet sein. Für alle, die am zentralen Platz der Messestadt etwas zur Ruhe kommen möchten, beten, sich besinnen und auch Kraft tanken möchten.
Dann sagt er nach einer kurzen Pause – mit einem Lächeln im Gesicht: „Gott hat sicherlich keine Öffnungszeiten!“
Reinhard Miesbach