
Die SoFi 2026 über den Dächern der Messestadt. (Foto: J. Strobl)
17.08.2026
Mittwoch Abend in Riem: Der See-Parkplatz besetzt, unten am Fuß des Hügels lange Reihen mit abgestellten Fahrrädern. Mit Kindern und Hunden, Decken und Rucksäcken strömen hunderte Menschen auf den Buga-Berg. Die Ostflanke, von der sich im Winter die Schlittenfahrer hinunterstürzen, verwandelt sich in einen riesigen Picknick-Platz.
Kurz nach 20 Uhr setzen die meisten seltsame schwarze Plastik-Brillen auf und schauen in die Luft über den Messehallen. Manche haben auch selbstgebastelte Fern-Rohre dabei. Eine meist eher windige Konstruktion aus leerer Chips-Dose und Spezialpapier, die sich als wenig geeignet erweisen wird für das, was dann passiert: Eine äußerst schräge Sichel mit Drall nach rechts oben steht dort am Himmel, wo sonst um diese Zeit eine kugelrunde Sonne gestrahlt hätte.

Es folgen Ausrufe des Erstaunens und der Bewunderung: “Aaaah” und “Ooooh”! Und natürlich, weniger vokallastig: “Krass” und “Verschärft”! Durchsetzt von Ermahnungen besorgter Eltern, ja nicht ungeschützt in den zwar größtenteils verdeckten, aber immer noch extrem leuchtstarken Feuerball zu schauen.
Gegen halb neun ist das Spektakel auch schon wieder vorüber. Am Himmel über der Messestadt ist einfach nur noch ein schöner Sonnenuntergang zu sehen. Viele bleiben noch ein bisschen sitzen, trinken ein Glas Wein oder knabbern Chips aus Tupperdosen (die Packung musste ja für eine sinnlose Röhre herhalten).
Manche erinnern sich an Silvester, da finden regelmäßig ähnliche viele Leute auf dem Buga-Berg zusammen. In viereinhalb Monaten spätestens ist also der nächste Massen-Andrang auf dem Hausberg der Messestädter zu erwarten. Es wird, das darf man vermuten, lauter werden und kälter. Und weder Mond noch Sonne werden zu sehen sein.
Hans Häuser
Mitarbeit: Eva Döring
Bis zum Sonnuntergang: Messestadt-Fotograf Jürgen Strobl hielt mit seiner Kamera vom Buga-Berg aus den Verlauf der partiellen Sonnenfinsternis für uns fest. Bitte weiterklicken…