
Die Protagonisten des Rappenweg-Streits im Bezirksausschuss Trudering-Riem: Herbert Danner und Susanne Weiß von den Grünen schießen verbal scharf gegen Stefan Ziegler von der CSU (v.l.n.r.), (Foto: Bündnis 90/Die Grünen, Privat)
19.09.2025
Man habe das Take Off!-Interview mit Stefan Ziegler mit Interesse gelesen, schreiben die Truderinger Grünen-Fraktionssprecher Susanne Weiß und Herbert Danner an unsere Redaktion. Sie erläutern, dass sie grundsätzlich für die Bebauung des bislang wilden Gewerbegebiets Am Rappenweg südlich der Messestadt seien. Aber es fehle ein schlüssiges Verkehrskonzept, und es werde zu dicht gebaut. Zudem macht für die Grünen ein 72 Meter hoher Büroturm in dieser Lage keinen Sinn, da bereits viele Büros leerstehen. Die komplette Argumentation der Grünen können Sie hier nachlesen.
Die Grünen plädierten zusammen mit ÖDP und Linken im Bezirksausschuss dafür, die aktuellen Planungen der Stadt zum Rappenweg abzulehnen. CSU und SPD wollten dagegen grundsätzlich zustimmen und lediglich Änderungsvorschläge machen. Diese Positionen waren letztlich zu gegensätzlich, sodass sich keine Mehrheit für einen gemeinsamen Beschluss fand.
Wie groß bei den Grünen offenbar der Ärger über die CSU ist, zeigt ein weiteres Detail der Zuschrift von Weiß und Danner an Take Off!: Sie werfen CSU-Mann Ziegler vor, er behaupte, sie würden Am Rappenweg „blühende Wiesen und Einfamilienhäuser mit großen Gärten“ ansiedeln wollen. Diese „Unterstellung“, schreiben Weiß und Danner, sollte „nicht unkommentiert bleiben“.
Tatsächlich aber hat Ziegler ihnen im Gespräch mit unserer Redaktion nichts Derartiges unterstellt. Vielmehr findet sich im Interview nur die Aussage: „Dieses Planungsgebiet ist nicht geeignet, blühende Wiesen und Einfamilienhäuser mit großen Gärten anzusiedeln.“ Von den Grünen ist in dem gesamten Absatz keine Rede.
Das Projekt Am Rappenweg wird Anfang Oktober im Stadtrat behandelt. Beobachter rechnen damit, dass der Knatsch zwischen CSU und Grünen dort auf höherer Ebene fortgesetzt werden könnte.
Hans Häuser